Als Biber Balduin uns mitteilte, das der legendäre Kasperli seine wunderschöne rote Zipfelmütze vermisst, haben wir alle ruckzuck unsere 7-Sachen gepackt und machten uns zum Treffpunkt auf. Dort erzählte uns Kasperli höchstpersönlich die ganze Geschichte (die am Anfang recht unspektakulär klang) : Er wachte heute morgen auf, griff an seinen Bettpfosten und war vor Schreck hellwach! An diesem Bettpfosten hängt immerimmerimmer seine Zipfelmütze! Ausser heute…
Polizist Chruselschnauz hatte sofort einen Verdächtigen im Visier. Und das war niemand anders als der berüchtigte Räuber Hotzenplotz. Potzblitz, mit einem sooo dreisten Räuber hatte es noch niemand von uns zu tun! Kasperlis Grossmutter (die auch bei der Suche mithelfen wollte) lüpfte es fast das Kopftuch vom Kopf vor Schreck.
Bevor das ganze aber in ein Drama ausartete, entdeckte Loorli (die kleine Streberin aus Kasperlis Klasse) eine Spur. Auf dem Boden lagen Kaffeebohnen verstreut. Polizist Chruselschnauz kombinierte klever, dass diese Kaffeebohnen nur vom Räuber Hotzenplotz stammen können. Der trinkt nämlich fürs Leben gerne Kaffee. Erst gerade letzte Woche hat er Grossmutter’s Kaffeemühle geräubert! Also folgten wir der Spur vorsichtig.
Das war gar nicht so einfach wie gedacht, da die Kaffeebohnen gefährliche Ähnlichkeit mit „Geisseböhndli“ haben. Wir mussten die Augen also weit offen halten. Als wir der Spur bereits eine halbe Ewigkeit gefolgt sind, endete sie plötzlich kurz vor der Kirche. Wir zerbrachen uns den Kopf darüber wie das nur sein kann… Zum Glück war das intelligente Loorli dabei! Sie wusste nämlich, dass der Räuber seine Kaffeebohnen immer irgendwo hinter der Kirche abholte und dann zu seiner Räuberhöhle trug. Und wo ist wohl so eine Räuberhöhle? Natürlich im dunklen, geheimnisvollen Wald! Und der Wald liegt genau in der anderen Richtung. Wir müssen also den ganzen Weg wieder zurück und der Spur in die entgegengesetzte Richtung folgen. Also taten wir das… Und tatsächlich: Kurz darauf befanden wir uns auf einem versteckten, kleinen Pfad mitten im Wald. Allen war etwas mulmig zumute, aber wir liessen uns natürlich nichts anmerken.
Gerade als der Weg einen Bogen machte, sprang hinter uns der Räuber Hotzenplotz aus dem Gebüsch: „Hände hoch! Und keinen Mucks!“ Natürlich taten wir, was Hotzenplotz uns sagte. Jeder weiss, dass er keine Witze macht.
Er sah richtig gefährlich aus! Auf dem Kopf trug er einen rieeeeeeesigen grünen Filzhut, welcher hervorragend zu seinem karierten Faserpelz passte. Und in den Händen hielt er seine Räuberknarre!
Die rote Zipfelmütze sahen wir auf einen Blick. Aber der fürchterliche Räuber wollte sie nicht so schnell rausrücken. Nach langem Hin und Her hatten wir endlich einen Deal ausgehandelt: Kaffeebohnen gegen Zipfelmütze. Zum guten Glück haben wir alle Bohnen, die wir unterwegs gefunden habe, aufgesammelt! Die gehörten nämlich tatsächlich Räuber Hotzenplotz. Sein Kaffeebohnensack hatte ein Loch und so hat er unbewusst diese Spur gelegt, der wir gefolgt sind.
Nach dieser anstrengenden Suche haben wir uns ein ordentliches Zvieri gegönnt. Und Räuber Hotzenplotz begleitete uns sogar. Er konnte jetzt ja endlich seinen Kaffee trinken. Unser Kasperli war ganz aus dem Häuschen, dass er s
eine geliebte Zipfelmütze wieder hat und erzählte uns zum Dank eine seiner tollen Geschichte.
Ende gut alles gut!



